...et offerri (sel. karl leisner, + 12.08.1945)

Als man den Leichnam von Jerzy Popiełuszkoa nach Tagen fand, waren selbst die üblicherweise recht abgebruehten Polizisten sprachlos. Die bestialischen Folterungen hatten den Priester bis hinein in seine Leiblichkeit zur "hostia" werden lassen. Wie hatte er das aushalten können? Was war in ihm vorgegangen in jenen letzten qualvollen Stunden?

Am Abend dreht sich das Gespräch um Fragen des Martyriums: Wie reagiert der Klerus angesichts der seelischen und geistlichen Verfolgung, die in den Gemeinden losgebrochen ist? Woher kommt die Weihleidigkeit? Woher die Feigheit der Hierarchie vor den Medien und dem "mainstream"? Wer hält stand?

Und schliesslich: Wie kommt es zu dem übereinstimmenden Eindruck einer wachsenden Zahl von Seelen, dass die desaströse Situation ein Zeichen für bevorstehende übernatürliche Ereignisse ist?

Ist es Flucht vor der Realität oder aber ein Anzeichen, dass der Herr nahe ist - niemand weiss es.

Ein Klopfen des Sakristans beendet die abendliche Runde: Ob die Priester nun wirklich morgen früh - also sehr früh -  die Heilige Messe feiern wollen? Ob er sie richtig verstanden hat?

Das Tagesevangelium (Mt 10, 16-23) am Morgen ist dann ein grösserer Trost als alle Debatten.

Der Geist und die Braut rufen: Komm!

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