feindschaft setze ich zwischen dich und die frau... (gen 3,15)


Als sie das Schaufenster am Morgen verschmiert vorfand, wusste NN: es ist Zeit zu gehen. Zu lange schon hatte sie dieses Lädchen betrieben - ein Versuch, geweihte Gegenstände in der Stadt anzubieten. Die  umgebenden Hochwürden hielten kühl-lächelnd Abstand. Und NN. fragte sich verwundert, warum die Katholiken nicht katholisch sein wollten. (Eine Frage übrigens, die in ihrer Unbedarftheit nur Konvertiten stellen können)

Irgendwann waren die Kräfte dann aufgebraucht.

Sie zogen sich aufs Land zurück - und begegneten dort einem, der dies schon vor Jahren getan hatte.

Seitdem stehen sie dort im Schaufenster, in Reihe und Glied: Engel, Heilige, Marienstatuen....

....ein Miniaturheer, das wartet, bis die Zeit des Kampfes kommt. Oder ein Käufer. Oder einer....

...der versteht.

Mutter, wir sind bereit. Möge eines Tages auch in den Städten das Lob deiner unbefleckten Empfängnis wieder erklingen! Bis dahin werden wir eben hier warten.

Und beten.

Und hoffen....

"Besonders gegen das Ende der Welt, und zwar schon bald, wird Maria auf Erden mit einem Eifer verehrt werden, wie nie zuvor; denn gerade für die letzten Zeiten hat Gott beschlossen, im Verein mit seiner heiligen Mutter Heilige großzuziehen, welche die Mehrheit der anderen Heiligen an Heiligkeit übertreffen werden...Es werden unscheinbare, arme Menschen sein in den Augen der Welt, von allen erniedrigt, getreten und gedrückt...Sie werden in ihrem Munde das zweischneidige Schwert des Wortes Gottes führen, auf ihren Schultern die blutige Fahne des Kreuzes, das Kruzifix in der Rechten, den Rosenkranz in der Linken..."
(Hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort, Das Goldene Buch)

Bild: Irgendwann macht es einem nichts mehr aus, wenn die anderen einen für verrückt halten. So ist auch dieses endzeitliche Heer entstanden: Ganz im Vordergrund - kaum zu sehen - die Heilige Filomena, mit deren Hilfe der Heilige Pfarrer von Ars so viele Wunder gewirkt hat - bis  die Liturgiereform diese große Heilige für nichtexistent erklärt hat. Dann die berührende Schutzengeldarstellung, die auch heute die Kinderherzen erreicht. Und schließlich die Immaculata, durch deren Hände  alle Ganden fließen. Alles das und noch viel mehr findet sich im Lädchen von NN - zu vorzüglichen Preisen....

7 Kommentare:

Dorothea hat gesagt…

Vielen Dank lieber Herr Landpfarrer. Die Stadt schmerzt noch immer.

Anonym hat gesagt…

Kommentar löschen aus: tagebuch eines landpfarrers II

Anonym hat gesagt...
In der Außenwelt ja sowieso nur wenn es nicht in der eigenen Familie tagtäglich geschehen würde, getreten und zerdrückt zu werden, einfach nur weil man DA ist, anwesend, lebt, das reicht schon (Ach, könnte ich doch "verschwinden"!). Der eigene Ehemann den Rosenkranz vehement, fast panisch ablehnt, die marianische Dimension als unerheblich abtut und jeden Hinweis in der sonntäglichen Predigt beflissentlich nicht auf sich bezieht jedoch jeden Sonntag passend zum Evangelium und zur Predigt genau in das dort erwähnte Sündenhorn hineintutet, wobei alle anderen Familienmitglieder nur noch seufzend in den Himmel schauen... es macht mir zu schaffen. Und am allermeisten, daß es dem Ehemann sicherlich nicht zum Guten gereicht. Oder etwa doch? Wann wird Dein unbeflecktes Herz ihn und mehr endlich an sich ziehen, Maria?

ginevra hat gesagt…

Ich kann nicht allem zustimmen. Gestern besuchte ich den Stadtjugendgottesdienst im Frankfurter Dom zur Aussendung der Hl. 3 Könige. Die Gestaltung war krampfhaft bemüht, scheiterte aber an der Abstraktheit der Aussage zum Thema "Klopft an Türen, pocht auf Rechte". Es kam irgendwie keine Wärme rüber. Danach flüchtete ich mich, wie meistens, wenn ich in Frankfurt bin, zur Muttergottes in die Lourdes-Grotte von Liebfrauen. Hier kann man mitten in der Stadt den Glauben der Menschen erleben, zu jeder Tageszeit. Ich habe auch noch nie festgestellt, dass die Scheiben des benachbarten Devotionalienladens beschmiert wurden. Hinter mancher Tat steckt vielleicht eine persönliche Sache. Und als letztes: Es kann nicht jeder auf das Land ziehen. Wie ich gestern erlebte, bräuchte es ungeheuer viel Mut und Kraft für einen Stadtpfarrer, christliche Werte zu vermitteln.

lylan hat gesagt…

@ Anonym: Hab Geduld.
Ich weiß, das ist oft sehr, sehr schwer.
Aber Gott lässt sich Zeit... Dafür wirkt er absolut gründlich.
Bete für ihn, und glaube: ER hilft.

Dorothea hat gesagt…

@ginevra
Die Scheiben des Ladens wurden nicht nur einmal beschmiert, aber das eine Mal vollständig. Eine persönliche Sache war es auch nicht, es gab sowohl Hinweise auf Evangelikale als auch auf Muslime und beide richteten sich eindeutig gegen den katholischen Glauben. Daß die Scheiben des Ladens in der Frankfurter Innenstadt nicht beschmiert werden glaube ich nicht, ich habe meine Scheiben schließlich auch sofort geputzt, über solche Vorkommnisse sind einzig die Angestellten des Ladens informiert. Auch die Polizei unternimmt da nichts wie ich aus eigener Erfahrung weiß, wie sollen sie auch, sie können ja keine ständige Wache davor stellen.

Dorothea hat gesagt…

@ginevra
Es hat nicht einfach mit Kraft und Mut zu tun, sondern auch damit wo man seine Kraft und seinen Mut sinnvoll einsetzt. Wenn die eigene Gemeinde und die Hauptamtlichen einen nicht unterstützen lassen sich nicht auch noch zusätzlich solche Angriffe verkraften. Ebensowenig hat ein Rückzug eines Priesters aufs Land etwas mit einem Mangel an Mut zu tun. Sie können noch nicht viel davon mitbekommen haben welchen Anfeindungen sich ein glaubens- und papsttreuer Pfarrer von Seiten seiner Kollegen bis hin zu Gemeindereferenten und Pfarrgemeinderatsmitgliedern ausgesetzt sieht. Wie gesagt, man muß seine Kräfte auch dort einsetzen wo man eine Chance hat, das Einzelkämpfertum ist auf die Dauer weder zu ertragen noch - was den Laden in der Stadt betrifft - zu finanzieren.

AGi hat gesagt…

Einen solchen Laden, voll mit katholischen Schätzen betreibt nur einer, dessen Liebe zum katholischen Glauben wie ein loderndes Feuer ist, und diesen Laden betritt auch nur einer, der Gleiches verspürt. Der Eintritt in diesen Laden ist somit wie ein Glaubensbekenntnis. Die Worte des Credos Sonntags nur zu sprechen(wenn es denn überhaupt noch in der Hl. Messe vorkommt), fällt ja keinem wirklich schwer, aber durch diese Tür, mitten in, und auch für den katholischen Glauben einzutreten, das bringen die meisten nicht fertig. Katholisch zu sein ist ja auch erstmal einfach, die meisten von uns sind dies auf dem Papier ohne eigenes Zutun, um katholisch zu denken, zu fühlen, und letztlich auch zu leben, bedarf es jedoch einer gewissen Eigenleistung, die der Durchschnittskatholik nicht mehr bereit ist, zu erbringen, weder in Stadt noch Land.
Das haben uns also die Konvertiten voraus, daß sie sich mit dem Katholischen wirklich so befaßt haben, daß sie es lieben lernten. Unsereins, der den katholischen Glauben als größtes Geschenk in die Wiege gelegt bekommt, kann sich da oft eine dicke Scheibe von abschneiden.
Möge das Lädchen noch mehr Zuspruch erfahren, so daß sich seine Schätze weiter unter den Menschen ausbreiten.

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