Sie hatten ihn die ganze Zeit beobachtet, ihre Blicke hatte er physisch gespürt. Einfach, weil im Gebirge alles viel klarer und intensiver ist - so wie die Luft und auch die Steine, über die er gestolpert war, um einen geeigneten Ort für die Kamera zu finden - sein "Beweisfoto".
Für jene, die es immer noch nicht glauben wollten: Es geht. Wenn man nur will.
Für jene, die es immer noch nicht glauben wollten: Es geht. Wenn man nur will.
Als er zur Hütte kam, musste er sich zunächst einmal "gewöhnen".
- an die Gepflogenheit, dass hier oben alle "per du" sind ("Woaß biast dann due für oaner?")
- an die Tatsache, dass hier niemand allein am Tisch sitzt, sondern alle möglichst eng zusammenrücken - auch wenn noch andere Tische frei sind und alles unerträglich heiß wird.
- an den unbeschreiblichen Dialekt, der ihn nur jeden zweiten Satz verstehen ließ.
Was dann folgte, ist schwer beschreibbar. Es kam ihm wie seine zweite Initiation vor. Vieles ging auch unter, weil alle ständig durcheinanderredeten - derart laut, dass er noch heute dieses Konzert jederzeit abrufen kann. Sie waren irgendwie - aufgeregt, denkt er heute. Sie hatten etwas gesehen, was sie erstaunte.
Auch berührte, verunsicherte. Ratlos machte.
Und wie Kinder erfreute. Ein Glanz, den es nur im Gebirge geben kann. Weit oben, eben.
Beim Abschied gestanden sie ihm noch, dass sie ihn schon länger beobachtet hatten, wie er zwischen den Steinen am Kreuz herumgelaufen war. "So etwas machen hier oben nur die Selbstmörder", sagte der Wortführer (mittlerweile bediente er sich seiner hochdeutschen Schwägerin als Dolmetscherin). Offenbar wusste er, wovon er sprach. Hier oben - sieht man vieles. Ein Gesicht, verwittert wie Stein.
Dann stand er auf (auch wenn ihm das nach den vielen selbst gebrannten Schnäpsen sichtlich Mühe bereitete). Ein Gebirge erhob sich vor dem schwarzen Winzling (so kam er sich vor):
"Warum diese Kleidung?" (Das ging ohne Übersetzung). Alles war auf einmal still. Atemlos.
Er wusste: Jedes Wort wäre zuviel gewesen. Und verschwand nach draußen. Im Tal suchte man ihn bereits.
"Wo warst du gewesen - so lange?"
Ganz oben.
"Wo warst du gewesen - so lange?"
Ganz oben.

4 Kommentare:
Schade, ich galube, sie hätten es ihm erklären können. :)
Es gibt Dinge im Leben die man einfach tun muss ohne sich zu erklären, wenn die Gefahr der Zerredung droht.
Das ist der Punkt. Daran hatte sich Petrus nicht gehalten auf dem tabor. Deshalb heißt es: er wusste nicht, was er sagte.
Sie tacuisses......
affirmo tibi! :)
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